Essen, trinken, Feuer und Musik

Jeweils am ersten September-Wochenende raucht es aus den Tobacco Docks im Londoner Osten. Dann versammeln sich zu Ehren des Festivals Meatopia jeweils Tausende von Fans hochwertiger Gerichte vom Holzkohlegrill, trinken Bier (und Wasser) und lauschen trendiger Musik.



Die Gegend östlich der City of London hat schon bessere Tage gesehen. An manchen Gebäuden nagt der Zahn der Zeit; so, als seien sie im Rausch der Hochbau-Planungen im Zentrum der englischen Kapitale schlicht vergessen gegangen. Auch die Tobacco Docks, eröffnet 1812, sind im Grunde genommen ein Relikt einer besseren Vergangenheit. Neuzeitliche Pläne eines Einkaufszentrums oder eines Hotels sind längst gescheitert. Der Kanal, auf dem die Schiffe einst direkt von der Themse das aus Ziegel errichtete «Warehouse» erreichen konnten, hat keinen Anschluss mehr an die Weltmeere, und dort, wo einst Tabak und weitere Luxusgüter gelöscht wurden, herrscht nun jahrein, jahraus Stille und Leere. Mit einer grossen Ausnahme!

Denn seit 2014 findet jeweils am ersten September-Wochenende Meatopia statt – ein Festival für den gepflegten Genuss von hochwertigen Speisen, zubereitet ausschliesslich auf offenem Feuer, begleitet von Musik und Getränken primär aus Mikro-Brauereien und gefeiert von maximal 15 000 Besuchern an drei Tagen.

Wenn Meatopia ruft, erwacht das Dock zu neuem Leben. Der Blick auf das Geschehen ist wegen dem Kanal sowie der hohen Mauern, die zum Schutz der teuren Waren erstellt worden waren, zwar von Aussen nicht möglich. Aber das Festival ist nicht zu «überriechen». Der Rauch des Feuers erfüllt bald das ganze Areal, und es ist unmöglich, nach einem Besuch von Meatopia ohne fragende Blicke und gerümpften Nasen der übrigen Bus- oder Underground-Passagiere nach Hause zurück zu kehren.


Die Idee von Josh Ozersky